DIE KLEINE DÖRFLER FEUERWEHRGESCHICHTE

(1868) Seit 1868 existiert die Frw. Feuerwehr Kahlenbergerdorf als Löschzug der Frw. Feuerwehr Nussdorf. Im Jahr 1904 wird sie als eigenständige Wehr eingesetzt und ist bis 1930 als “Freiwillige Feuer- und Wasserwehr Kahlenbergerdorf“ aktiv. 
Unter Hptm. Franz Pröll dienen, ausgerüstet mit einer Dampfspritze, 25 Mann. Als Rüsthaus dient das kleine sogenannte "Gemeindehaus" an der Heiligenstädterstraße Onr.287 (etwa dort wo heute die der Stiegenaufgang und die Telefonzelle steht) welches die Wehr bis um die Jahrhundertwende mit dem örtlichen Postamt teilen musste.

Ausrüstungsprobleme begleiteten die Freiwillige Feuerwehr während ihres Bestandes, (Bespannung der Löschwagen, Bekleidung der Mannschaft, Heizmaterial und Zillen). Bemerkenswerte Einsätze betrafen den Brand der Schloßgebäude am Leopoldsberg am 6. April 1892, den Brand der Maierei am Kahlenberg am 15. Nov. 1926, und selbstverständlich die immer wiederkehrenden Donauhochwässer, wie etwa 1892, 1894, 1897 und 1899.

Ab 1925 begann die Stadt Wien den planmäßigen Ersatz der vielen freiwilligen Feuerwehren auf Wiener Stadtgebiet durch Feuerwachen der Berufsfeuerwehr Wien.

Freiwillige Feuer- und Wasserwehr von Kahlenbergerdorf

1927:  Planungsbeginn zum Ersatz der „Freiwilligen“ durch eine Wache der Wiener Berufsfeuerwehr. Die Bauarbeiten für das neue, architektonisch überaus bemerkenswerte, Wachegebäude im Bereich der sogenannten "Sturmwiese" in der Wigandgasse auf Höhe des Schablerbaches, beginnen 1929 und können noch im gleichen Jahr beendet werden.

30.Mai 1930: Bezug des neuen Wachegebäudes Wigandgasse 25  nach einem Jahr Bauzeit , ausgestattet mit zwei modernen Fahrzeugen, einem Austro Fiat AFN/39, sowie einem Zillenwagen (Pionierwagen I) - ein Quantensprung im Löschwesen des Kahlenbergerdorfes. Noch am selben Tag erfolgt der erste Einsatz der Wache "Kb" zu einem gestürtzten Pferd.

Die neue Feuerwache "Kb" Kahlenbergerdorf nach ihrer Eröffnung (Photo ca. 1930).

30er Jahre: Aufgrund ihrer ausgesetzten Einsatzbedingungen wurde die Wache mit innovativen, hochmodernen Fahrzeugen ausgestattet. 1932 wurde ein Löschfahrzeug II mit „Halbkettenantrieb“ Typ Citroen C6, 1936 ein Universallöschwagen Austro Daimler ADG Allrad auf der Wache im Kahlenbergerdorf stationiert. Letzter ist auch während des 2. Weltkrieges im Kahlenbergerdorf nachweisbar.

Halbkettenfahrzeug Citroen C6 "Kegresse" seit 1932 im Kahlenbergerdorf stationiert.

1938-1945: als Feuerschutzpolizei aktiv entstehen kaum Kriegsschäden am Wachegebäude. Am 9. 1. 1945 wird auch der Wache Kahlenbergerdorf ein neues modernes, grün lackiertes Löschfahrzeug der Einheitsbauart LF 8/18, aufgebaut auf Mercedes Benz L 1500 S, zur Verfügung gestellt.  Am 27. 3. 1945 dokumentiert die Wache Kb. die durch einen Luftangriff entstandenen Schäden im Kahlenbergerdorf und seiner Umgebung, etwa die teilweise Zerstörung der Kirche am Leopoldsberg, u.s.w.

1948: Wiederausrüstung aus ehemaligen Wehrmachtbeständen, je ein Pumpen- u. Tankspritzenwagen auf Fahrgestell Opel Blitz Bj.41 bilden lange Jahre die Fahrzeugausrüstung der Feuerwache Kb.

Wachmannschaft 1955 mit ihrem Wachkommandanten Heinrich Krenn I (3 v.r.).

1954: Hochwassereinsätze in Klosterneuburg und in Erdberg, 1958: erfolgt eine bestandsorientierte Wachgebäudesanierung (Fenster streichen, Fußböden erneuern, Splitterschäden an der Fassade beseitigen und das Pflaster am Vorplatz ersetzen. Nach der Schließung der Wache Kaiserebersdorf erhält die Wache Kahlenbergerdorf deren Kurzbezeichnung "K".

60er Jahre: Der Weiterbestand der Wache "K" ist in Diskussion, schlussendlich wird vorerst die Wache Nußdorf am 1. Okt. 1959 geschlossen und Kahlenbergerdorf besteht weiter, jedoch 1963 wird die Wache Kahlenbergerdorf trotzdem geschlossen. Nach massiven Interventionen der Bezirkspolitik wird die Wache "K" nach 6 Monaten wieder besetzt.

1973: Ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug Steyr 586 ersetzt das letzte auf einer Wiener Feuerwache stationierte Löschfahrzeug vom Typ Opel Blitz.

1976: Nach längerer Zeit bekommt die Wache Kahlenbergerdorf mit dem Rüstlöschfahrzeug – Steyr 781, einem Fronthauber, als zweites Löschgruppenfahrzeug, wieder ein neues Fahrzeug.

1980: Mit dem „Stützpunkt  Kahlenbergerdorf“ am Beginn des Hafens Kuchelau wird die Feuerwache Kahlenbergerdorf zur damals zweiten Wiener Wasserwache.

1981:  Ein wiederum neues Mercedes Benz - Unimog Geländelöschfahrzeug (Registriernummer 26) ersetzt das 20 Jahre alte Tanklöschfahrzeug Steyr 586.

1988: Generalsanierung des Wachegebäudes mit Kanalanschluss, neuer Heizung, zwei neuen automatischen Einfahrtstoren und einem Dachbodenausbau.

1992: Wieder kann ein neues Löschgruppenfahrzeug, auf der Wache Kahlenbergerdorf stationiert werden, ein Bergelöschfahrzeug Steyr 12S23, mit der Registriernummer 56.
2012. Die Feuerwache Kahlenbergerdorf und zwei weitere Standorte in Wien mussten aufgelassen werden, da die neuen Kfz nicht imehr in die Garage passten und ein neues Schulungszentrum in 21. Bez. errichtet wurde.

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